Der Stoff aus dem die eFoils sind – das kann Vollkohlefaser

by Christian Habeck

Je mehr ich anfing, mich mit dem Thema eFoil auseinanderzusetzen, desto mehr wollte ich auch über dessen Aufbau erfahren. Ich beschäftigte mich mit der Frage, wie und warum ein eFoil eigentlich fliegt und schaute mir die Funktionsweise dieses hochtechnologischen Geräts an. Dabei habe ich mir auch die einzelnen Bestandteile von eFoils genauer angesehen und die Materialien, aus denen sie gemacht sind. In diesem Artikel will ich euch deshalb einige interessante Fakten über die bei eFoils weitestgehend verwendete Vollkohlefaser geben – die ist nämlich ein echter Superstar.

Carbon – Was ist das eigentlich?

Das Material, das allgemein als Carbon oder Carbon Fiber bekannt ist, hat einige spezielle Eigenschaften. Im Deutschen kennt man den Stoff auch unter den Bezeichnungen Kohlefaser, Vollkohlefaser oder Karbon. Was Hersteller von Sportgeräten und eben auch eFoils damit meinen, wenn sie von Vollkohlefaser oder Carbon Fiber sprechen, ist meist die Materialmischung kohlenstofffaserverstärkter Kunststoff (CFK). Dabei handelt es sich um dünnste Kohlefasern, die mit einem Kunstharz zu dem beliebten Stoff verarbeitet werden.

Das Material bringt einige Eigenschaften mit sich, die es zu einer beliebten Wahl für Sportgeräte machen:

  • Festigkeit
  • Langlebigkeit
  • Geringes Gewicht
  • Korrosionsbeständigkeit

Andererseits hat das Material auch einige Nachteile, wenn auch nur wenige: So ist Carbon Fiber ein relativ teurer Stoff, der bis jetzt vor allem in kleineren Quantitäten hergestellt wird. Ein weiterer negativer Punkt ist die Steifigkeit von CFK. So ist der Stoff einerseits zwar sehr langlebig und robust; wird er übermäßigen Belastungen ausgesetzt, so verformt er sich allerdings nicht, sondern bricht und hinterlässt dabei scharfe Kanten.

Je höher der Carbon-Anteil, desto besser?

Hochwertiges Carbon bedeutet nicht automatisch, dass das Material einen besonders hohen Anteil an Kohlefasern aufweist. Auf die Qualität von Carbon haben auch andere Eigenschaften einen Einfluss, zum Beispiel die Beschaffenheit des Mix-Materials und das Mischverhältnis. Viele äußerst hochwertige Vollkohlefasermaterialien bestehen zu 80 % oder mehr aus Kohlefaser.

Vollkohlefaser mit einem anderen Stoff zu vermischen bringt vor allem den Vorteil, dass damit die Steifigkeit des Materials reduziert werden kann. Dabei bleibt der neu entstandene Stoff super robust, gewinnt aber gleichzeitig die Fähigkeit, Stöße etwas besser abzufedern.

Wo wird das Material eingesetzt?

Carbon wird oft als das Material der Zukunft bezeichnet. Es ist zwar etwas teurer in der Herstellung, dafür aber extrem langlebig und robust. Während vergleichbare Materialien sich durch äußere Einflüsse verändern und früher oder später unbrauchbar werden, ist Carbon stabil und trotzt solchen Widerständen. Ein solches vergleichbares Material ist Aluminium, wie es oft auch bei Teilen von Hydrofoils eingesetzt wird. Das hat ähnliche Eigenschaften wie Carbon, ist allerdings etwas schwerer.

Kohlefaser-Mischungen finden sich heute bereits in vielen Branchen, unter anderem hier:

  • Luft- und Raumfahrt
  • Fahrzeugbau und -technik
  • Drohnenbauteile
  • Bauwesen
  • Sportgeräte (Tennisschläger, Angelruten, Fahrräder, Eishockeyschläger, Hydrofoils…)
  • Medizintechnik (Prothesen, Rollstühle)

...und eben auch bei eFoils!

Besonders Unternehmen aus dem Auto- und Flugzeugbau sehen Carbon als ein vorteilhaftes und begehrenswertes Material an. Im Moment ist das Problem noch der hohe Preis und die eher langsame Herstellung. Entwickler arbeiten jedoch mit Hochdruck daran, Vollkohlefaser-Materialien in Zukunft auch zu einer Option für Produkte mit höherem Materialverbrauch zu machen.

Die Materialien von eFoils

Ein eFoil braucht ganz klar starke Materialien, schließlich ist es großen Widerständen und einem hohen Druck ausgesetzt. Hinzu kommt noch die Tatsache, dass es sowohl Frisch- als auch Salzwasser standhalten muss und noch dazu einer teils extremen Sonneneinstrahlung. Und bei dem Preis von eFoils wäre es eher ungünstig, wenn die Materialien bereits nach einem oder zwei Jahren kaputtgehen würden.

Bei eFoils werden vor allem zwei Materialien verwendet: Eine Vollkohlefaser-Mischung und ein extraleichtes Aluminium, wie es aus dem Flugzeugbau bekannt ist.

Der Hersteller Lift eFoil beispielsweise wirbt mit einem All-Carbon-Fiber Hydrofoil. Die Bauteile aus Carbon Fiber werden unter extremen Temperaturen gefertigt, ähnlich dem Prozess bei der Produktion der Materialien von Rennwägen. Dabei kommt ein einzigartiges Kohlefasermaterial heraus, das von Lift ständig verbessert wird. So ist das in der neuen LIFT 3 Kollektion verbaute Carbon noch leichter und stärker, als das in den alten Modellen verwendete.

Fliteboard verbaut in seinen eFoils eine Carbon Innegra genannte Mischung. Dieses Material ist bekannt dafür, besonders robust, ultraleicht und sehr UV-beständig zu sein.

Welche Bestandteile von eFoils sind denn nun aus Carbon Fiber?

Das handhabt jeder Hersteller unterschiedlich. Bei den meisten eFoils bestehen zumindest das Board an sich und die Wings aus Vollkohlefaser.

Bei dem Material für die Masten scheiden sich die Geister. Während Fliteboard mehr Vorteile in Flugzeugaluminium sieht, schwört Lift auf die Verwendung von Carbon in seinen Masten. Der Grund des Herstellers: Der eFoiler bekommt damit ein lebendigeres und reaktionsschnelleres Flugerlebnis. Auch das geringere Gewicht spielt eine wichtige Rolle für Lift.

Die meisten Hersteller verwenden für ihre Hydrofoil Masten jedoch Aluminium, so auch Takuma und Waydoo. Ob dies tatsächlich an den Vorteilen von Aluminium liegt oder ob der niedrigere Preis des Materials etwas damit zu tun hat, sei dahingestellt.

Carbon – Der Alleskönner für eFoils

Carbon Fiber ist ein echt interessantes Material, in dem viel Potenzial steckt. Für mich als eFoiler liegen die Vorteile in der Langlebigkeit und Robustheit des Stoffes. Ein eFoil aus einem hochqualitativen Vollkohlefaserstoff kann mich viele Jahre lang im Wasser begleiten, ohne große Spuren von Abnutzung oder Verschleiß zu zeigen. Betrachtet man den Preis von eFoils, ist dies ein sehr wichtiger Punkt – für das Geld sollte man schließlich Qualität bekommen.

Einen weiteren Punkt, den ich an meinem Carbon eFoil von Lift so sehr schätze: Je weniger Aluminiumteile, desto weniger wiegt das Gerät. Das ist besonders von Vorteil, wenn euer Surfspot sich nicht direkt neben dem Parkplatz befindet, sondern ihr euer eFoil erst einmal zum Wasser tragen müsst.


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