Funktionsweise von eFoils: Warum sie fliegen

by Christian Habeck

Foiling gibt es mittlerweile in unterschiedlichen Varianten. Wind, Kite und Wing Foiler machen sich Windböen zunutze, während Surfer beim klassischen Hydrofoiling auf die Wellen oder ihre Muskelkraft angewiesen sind. Beim eFoiling dagegen geht alles quasi wie von selbst, denn da hilft ein elektrischer Motor nach. Trotzdem bleibt noch die Frage: Warum gleitet das Foilboard nicht auf dem Wasser aufliegend, wie ein normales Surfbrett, sondern hebt ab? Dazu habe ich mir einmal die Funktionsweise von Foils genauer angesehen.

Der Unterschied zum normalen Surfboard

Liegt ein Foilboard im Stillstand auf dem Wasser, so lässt es sich von einem herkömmlichen Surfboard nur schwer unterscheiden. Die Form ist meistens etwas anders, denn Foils sind in der Regel eher mit einer runden Nase designt, während Shortboards für klassische Surfen oft spitze Nasen besitzen. Foilboards ähneln also eher Wind- oder Kitesurfboards, sind meist etwas dicker und in unterschiedlichen Größen erhältlich.

Ein weiterer Unterschied findet sich auf der Unterseite der Foilboards. An der Stelle, an der klassische Surfboards die normale Finnenbox haben, befindet sich bei Foiling Boards eine spezielle Box. Häufig werden dazu Deep-Tuttle-Boxen verwendet, die kompatibel mit den Masten und zudem etwas stabiler sind, als herkömmliche Finnenboxen. Der Mast mitsamt der Tragfläche wird in der Foilbox befestigt und schon ist die Konstruktion fertig und bereit zum Foilen!

Übrigens haben auch manche herkömmlichen Boards Finnenboxen, an denen ein Hydrofoil angebracht werden kann. Das ist perfekt, falls ihr bereits ein Surfboard habt und das Foiling erst einmal ausprobieren wollt. Für den regelmäßigen Gebrauch wird allerdings ein spezielles Foilboard empfohlen. Es ist dafür konzipiert, den hohen Belastungen beim Foiling standzuhalten und läuft nicht Gefahr, so schnell beschädigt zu werden, wie ein Board mit einer herkömmlichen Finnenbox.

eFoils weisen zudem eine weitere Besonderheit auf: Sie verfügen über einen eingebauten Elektromotor und eine Batterie, mit deren Hilfe das Board angetrieben wird. Ganz ohne Wind, Wellen oder Muskelkraft!

Warum das Foil abhebt

Doch auch nach der Betrachtung der einzelnen Komponenten eines Foils und dessen Aufbau, weiß ich immer noch nicht, warum es eigentlich abhebt. Zugegebenermaßen sieht die Konstruktion auf den ersten Blick recht sperrig und schwer aus. Wie kann es also sein, dass Foilboards scheinbar so mühelos über das Wasser schweben?

Bei der Antwort spielen die Physik und die Hydrodynamik eine Rolle. Im Stillstand liegt das komplette Hydrofoil samt Mast und Flügeln unter der Wasseroberfläche. Sobald Bewegung in die Sache kommt und das Board durch das Wasser gleitet, bewegt sich auch das Wasser rund um das Foil. Es finden Verdrängungsprozesse statt und ab einer bestimmten Geschwindigkeit setzt ein Auftrieb ein, der die Tragfläche mitsamt dem Foilboard nach oben treibt – das Foil schwebt über die Wasseroberfläche!

Die verschiedenen Arten von Foiling

Um mit dem Foil abheben zu können, muss man sich also in einer gewissen Geschwindigkeit vorwärtsbewegen. Die erreicht man bei den verschiedenen Varianten von Foiling auf ganz unterschiedliche Art und Weise:

  • Klassisches Foil: Das klassische Foil nutzen viele, um in besonders kleinen Wellen zu surfen. Damit lassen sich auch sehr kleine Wellen surfen, die mit einem normalen Surfboard nicht erreichbar wären. Um auch ohne Wellen weiter auf dem Foil herumzudüsen, müssen Surfer etwas Muskelkraft einsetzen und pumpen, um das Foil in Bewegung zu halten. Der Start ohne Wellen klappt am besten mit etwas Anlauf, zum Beispiel von einem Dock aus. Alternativ können sich Foiler natürlich auch hinter einem Boot oder einem Jetski herziehen lassen, um das nötige Tempo zu erreichen.
  • Wind, Kite und Wing Foil: Diese Arten des Foiling machen sich ein Hilfsmittel zunutze. Mit einem Segel wird hierbei der Wind eingefangen, der den Surfer auf dem Foil antreibt. Um mit einem Foil abzuheben, reichen in der Regel auch schon sehr geringe Windstärken um die 6 Knoten aus. Mit stärkeren Winden sind außerordentliche Geschwindigkeiten möglich, zum Teil viel höhere als bei den klassischen, „foillosen“ Varianten dieser Sportarten. Genau aus dem Grund sind diese Arten des Foiling auch bei Profis und Extremsurfern sehr beliebt.
  • eFoil: Das eFoil ist eine Sonderform des Foiling, denn dazu braucht man absolut keine Wellen, keinen Wind und kommt auch mit einem kleinen Aufwand an Muskelkraft sehr weit. Der Motor in dem elektrischen Surfbrett treibt das eFoil Board an und sorgt so für die nötige Geschwindigkeit, die zum Abheben benötigt wird. Durchschnittlich ist man hier mit einem Tempo von rund 25 km/h unterwegs, es sind aber Maximalgeschwindigkeiten bis 45 km/h oder mehr möglich.

eFoils – easy does it

Ich persönlich habe das eFoiling für mich entdeckt. Denn während es mit den klassischen Foils und den Varianten mit einem Segel zwar leichter ist, über das Wasser zu fliegen, als ganz ohne Foil, so braucht man dafür eben doch die passenden Voraussetzungen. Ganz ohne Wind und Wellen geht es eben bei diesen Sportarten nicht.

Mit dem eFoil dagegen bin ich vollkommen flexibel. Der elektrische Motor treibt das Board an und das auf umweltschonende Art und Weise: emissionsfrei und leise. Wie schnell ich fahren möchte, kann ich selbst mit einer kleinen, wasserfesten Fernbedienung steuern. So kann ich mit meinem eFoil auch an einem absolut windstillen und wellenlosen Tag auf einem See oder einem Fluss herumdüsen und habe dabei immer ordentlich Spaß. Besonders für Einsteiger ist das eFoiling empfehlenswert, denn dabei kann sich der Surfer voll und ganz auf seine Balance konzentrieren und Dinge wie den Wind außer Acht lassen.

Wenn ihr mit dem eFoilen anfangen wollt: nur Mut! Die ersten paar Anläufe waren auch für mich nicht ganz einfach, aber ich kann euch versichern, die Lernkurve ist steil! Bereits nach wenigen Sessions konnte ich problemlos auf dem eFoil meine Runden drehen und es macht einfach wahnsinnig viel Spaß!


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